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Gefässkrankheiten in Essen

 


Informationen/Aufklärung zur Behandlung großer Krampfadern (Stammvenen) mittels sogenannter „endoluminaler“ OP-Verfahren: Laser / Radiowellenkatheter /Dampfkatheter

kaltes Laserlicht in der Hand des Chirurgen

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Nachfolgend möchten wir Ihnen die modernen "endoluminalen" Verfahren im Vergleich zum herrkömmlichen "Strippen/Ziehen" zu veranschaulichen.

 

Hierzu gehören:

  • Lasergestützte OP Techniken (z.B. ELVES),
  • Hochfrequenzkatheter (Radiowellen. z.B. Olympus, VNUS) oder
  • Dampfkatheter (STS, Fa. Guttmann)

Das Grundprinzip dieser Verfahren besteht in der Behandlung der kranken Venen von innen heraus mittels Wärmeenergie. Diese wird je nach OP Typ in Form von Licht (Laser), Mikrowellen (Katheter) oder Wasserdampf (STS) an der Spitze einer Sonde freigesetzt, erhitzt Ihre Venenwand und lässt sie schrumpfen bzw. verschweißt die erkrankte Vene.

 

Die minimal-invasiven  Operationen können in Allgemeinnarkose oder einer modernen Form der örtlichen Betäubung der sog. Tumeszenzanästhesie durchgeführt werden.

 

Im Detail wird die erkrankte Vene bei dieser Operationstechnik zwischen Kniegelenk und Innenknöchel über einen Mikrozugang von ca. 1,5 mm aufgesucht und nachfolgend eine dünne Sonde unter steriler Ultraschallkontrolle platziert.

 

Je nach OP verfahren erzeugt beim Laser ein an die Glasfaser angeschlossener Diodenlaser Licht,  beim Hochfrequenzkatheter ein Generator Mikowellen, und beim Dampfverschluss ein Hitzeelement, gespannten Dampf, in Höhe einer vordefinierten Energie, um die Eiweißmoleküle der Venenwand soweit zu erhitzen, dass sie schrumpfen, nicht aber verbrennen.

Indem man die Optik langsam zurückzieht, hinterlässt man letztendlich eine thermisch geschädigte Vene, die mit der Zeit vernarbt und  im Körper belassen werden kann.

Die Vorteile dieses Prinzips liegen in der minimalen Invasivität bei maximaler Kosmetik. Mangels des üblichen Leistenschnitts und infolge des Belassens der Venen in ihrer normalen Lage, sind ca 70% unsere Patienten in aller Regel in der Lage, 3-5 Tage nach der Op, ihre normale Tätigkeit wieder aufzunehmen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Durch die Hitzeexposition entstehen kaum Blutergüsse oder größere Wundschmerzen, allenfalls ab dem 4. Tag ein Ziehen entlang der geschrumpften Vene wie bei einer Venenentzündung, was z.B. von den amerikanischen Kollegen als typisch für die korrekt ablaufende Reaktion des Gefäßes gewertet wird.

Einleuchtend ist, dass auch eine noch so flexible Glasfaser/Sonde insbesondere stark gekrümmte Seitenäste nicht passieren kann. Um dennoch ein optimales funktionelles und insbesondere kosmetisches Ergebnis zu erzielen,  entfernen wir üblicherweise die Seitenäste mikrochirurgisch, ebenfalls ohne Schnitte, über kleinste kreisförmige Zugänge von ca 1,5 mm Durchmesser, die in aller Regel ohne Narben zu interlassen abheilen.

Paradoxerweise entsteht bei diesem eher konventionellen Teil der Operation der größere Teil der Beschwerden, wie z. B. durch Blutergüsse oder passagere Nervenirritationen.

Grundsätzlich bestehen bei dem Operieren mittels endoluminaler Techniken (wie bei jedem operativem  Eingriff) statische Risiken, die auch durch größte Sorgfalt des Operationsteams nicht auf Null reduziert werden können:

 

- die Verbrennung der Hautoberfläche, die entstehen kann, wenn die schrumpfende  Vene sehr dicht unter der Haut liegt und somit die Erwärmung der Venenwand   die Haut erreichen sollte, (ist bislang bei ca. 1600 Operationen noch nicht vorgekommen).

Dem wird dadurch vorgebeugt, dass, sofern nötig, unter Ultraschallkontrolle Flüssigkeitspolster  zwischen Haut und Vene gespritzt werden, die als Isolationsschicht dienen.

Bitte bedenken Sie, die verwendete Hitze bewirkt eine künstliche Venenentzündung. Damit ist klar, dass auch die Symptome einer solchen Entzündung auftreten können, dies u.a. in Abhängigkeit von der verwendeten Energie"menge". In seltenen Fällen haben insbesondere schlanke Patienten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen über teilweise heftige Schmerzen und Verhärtungen über mehrere Tage entlang der betroffenen Vene zu klagen gehabt.

- Die Fiberglasoptik oder der Katheter können in extrem seltenen Fällen stecken bleiben. In diesem Fall wird zunächst versucht, sie über eine zweite Einstichstelle vorzuschieben, wenn das auch nicht geht, müsste ggf. auf eine herkömmliche Operationsmethode "umgestiegen" werden. Dieses Vorgehen wird im Narkosegespräch mit Ihnen noch ausführlich erörtert.

- Die Entstehung einer Venenthrombose. Dieses Risiko ist grundsätzlich bei jeder Manipulation an einer Vene gegeben. Bei den endoluminalen Operationsverfahren werden Sie vor der Operation heparinisiert (mittels Heparinspritzen) und medikamentös einer Thrombusentstehung entgegenzuwirken.

- Die Fiberglasoptik oder der Katheter können theoretisch die Venenwand verletzen, was zu einer örtlichen Blutung führen könnte. Um dies zu vermeiden, kontrollieren wir die Lage der Glasfaser oder des Katheters während der Operation fortlaufend per Ultraschall.

- Schädigung von Gefühlsnerven: wie bei einer herkömmlichen "Stripping" Operation besteht diese Gefahr auch bei den minimal invasiven Techniken, zumeist am Unterschenkel. Aus diesem Grund  wird die Krampfader nur bis unterhalb des Kniegelenks geschrumpft. Weiter unterhalb gelegene Seitenäste werden über Mikrozugänge (s.o.) mechanisch entfernt. Sofern ein Nerv nicht zufällig komplett durchtrennt wurde, bilden sich etwaige Gefühlsstörungen zumeist  innerhalb von Wochen  (bis 12 Monaten) zurück.

- Infektionen: da der Eingriff über einen minimalen Zugang resp. über eine Punktionsstelle durchgeführt wird, ist das spezielle Infektionsrisiko der OP minimal. Ein statisches Infektionsrisiko besteht dennoch wie bei jeder operativen Maßnahme.

Im Summeneffekt haben wir bei inzwischen mehr als 1600 operierten Patienten nur die Venenentzündungs-ähnlichen Schmerzen und die vorübergehende Nervenirritation in einem erwähnenswerten Umfang von wenigen Prozent beobachtet.

 

Wichtig für Sie:

Neben der Universität Mainz waren wir 2002 die erste Institution, die dieses Verfahren in Deutschland routinemäßig und in großem Umfang eingeführt hat. Weltweit sind inzwischen zigtausend Patienten mittels endoluminalem Laser oder Katheter mit großem Erfolg behandelt worden.  Die Verfahren werden inzwischen nach knapp 10 Jahren als mindestens ebenbürtig zum Strippen angesehen.

Zudem, die langfristigen Zahlen zum bisher praktizierten Ziehen von Krampfadern sind nicht so gut, wie immer behauptet: Fischer (einer der renommiertesten europäischen Krampfaderchirurgen der Gegenwart) hat 2000 in der deutschen Fachzeitschrift Phlebologie (29,17-22) seine Zahlen veröffentlicht, wonach bei insgesamt 47% der Patienten Rezidivvarizen nach Stripping zu beobachten waren, milde Formen in 37%, schwere in 10%. Ebenso wurde anlässlich einer internationalen Meinungsbildungskonferenz 1998 in Paris (REVAS: recurrent varicosis after surgery) festgestellt, dass bei herkömmlichen Stripping Operationen nach 5-20 Jahren zwischen 20 und 70% neue Varicen am operierten Bein aufträten.

 

Gemessen daran sind die gesicherten Ergebnisse der endoluminalen Techniken überaus ermutigend.

Alle Autoren kommen weltweit zu dem Ergebnis, dass die Methoden minimal invasiv, sicher [nur 3% Parästhesien bei Verschluss bis zum Knöchel], gut praktikabel [in örtlicher Betäubung] und effizient seien.

Unsere eigenen Ergebnisse bei inzwischen mehr als 1600 endoluminalen Patienten bestätigen diesen Trend. Alle bisherigen Patienten waren mit dem minimal invasiven Vorgehen überaus zufrieden, bei nur ca. 6% der Patienten ist bisher (innerhalb eines Beobachtungszeitraums von sieben Jahren) aus ungeklärten Gründen die verschweißte Vene wieder aufgegangen.

 

Zum medizinischen Vorgehen:

Bleibt durch das Verschweißen der Krampfader am Oberschenkel der Rückfluss des Blutes von "oben" auf die abhängigen Seitenäste des Unterschenkels aus, ist deren Rückbildung zumindest möglich, so dass es durchaus Sinn machen kann, die Erholung der Venen am Unterschenkel abzuwarten, um die dann letztlich verbleibenden, kleine Varicen nach einigen Wochen oder Monaten nur zu veröden, was für Sie ein Maximum an Kosmetik und ein Minimum an invasivem Vorgehen bedeutet.

Sollte während der Operation der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass sich das Verfahren aus irgendwelchen technischen Gründen bei Ihnen nicht durchführen lässt (was bisher erst einmal vorgekommen ist) würden wir den Eingriff abbrechen oder auf konventionelle Art zu Ende führen (Stripping), je nachdem, was vorher mit Ihnen im Rahmen des Gesamtbehandlungskonzeptes detailliert besprochen wurde.

 

Sollte sich während der Operation ein Abweichen vom besprochenen Konzept als zu Ihrem Vorteil sinnvoll darstellen, behalten wir uns vor, davon abzuweichen.

 

Ein Wermutstropfen: die gesetzlichen Kassen  zahlen die Kosten zwischen 1500 und 2000 Euro nicht, sie sind auch nicht dazu verpflichtet.

Bei den Privatkassen hat es bislang lediglich bei ein oder zwei Kassen nennenswerte  Probleme gegeben. Im Umkehrschluss heißt das für Sie: sofern Sie das Operationsverfahren dem herkömmlichen "Strippen" vorziehen, müssen wir Ihnen die Kosten privat in Rechnung stellen,

d.h. Sie müssen die Behandlung selbst zahlen.

Aber: bislang hat noch kein Patient vor Ihnen seinen Entschluss bedauert.

 


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