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Gefässkrankheiten in Essen

 


Hinweise und Hintergründe zur Behandlung großer, varicöser Stammvenen mittels Hochfrequenzkatheter (radiowellenkatheter - VNUS)

die modernen Skalpelle des Chirurgen,

Merke:
Ist eine herkömmliche Krampfaderoperation nicht angezeigt, gibt dies auch für eine Operation mittels Hochfrequenz-Katheter (HF-Katheter) . Es wird nicht mehr operiert, nur weil ein Generator samt HF Katheter vorhanden ist.

Das Grundprinzip des HF-Katheter gestützten Verfahren besteht in der Behandlung der kranken Venen von innen heraus mittels Wärmeenergie, die mit Hilfe eines Hochfrequenzgenerators erzeugt, und an der Spitze eines Katheters zwischen dünnen Elektroden in Form von Mikrowellen freigesetzt wird, die kranke Venenwand erhitzt und dadurch schrumpfen lässt bzw. verschweißt. Das minimale invasive Verfahren kann in Allgemeinnarkose oder einer modernen Form der örtlichen Betäubung, der sog. Tumeszenzanästhesie durchgeführt werden.

Im Detail wird die erkrankte Venen bei dieser Operationstechnik zumeist zwischen Kniegelenk und Innenknöchel über einen Mikrozugang von ca. 1,5 mm aufgesucht und nachfolgend ein Katheter unter steriler Ultraschallkontrolle platziert.
Ein an den Katheter angeschlossener Generator erzeugt eine vordefinierte Energie und (damit an der Venenwand)  Temperatur, um die Eiweißmoleküle der Venenwand soweit zu erhitzen, dass sie schrumpfen, nicht aber verbrennen. Indem man den Katheter langsam zurückzieht, hinterlässt man letztendlich eine thermisch geschädigte Vene, die mit der Zeit vernarbt und  im Körper belassen werden kann.

Die Vorteile dieses Prinzips liegen in der minimalen Invasivität bei maximaler Kosmetik. Mangels des sonst üblichen Leistenschnitts und infolge des Belassens der Venen in ihrer normalen Lage, sind ca. 70% unsere Patienten in aller Regel in der Lage, 3-5 Tage nach der Op ihre normale Tätigkeit wieder aufzunehmen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Nebenwirkungen:
Es entstehen üblicherweise durch den Katheter selbst rel. wenige Blutergüsse oder größere Wundschmerzen, allenfalls ab dem 4. Tag ein Ziehen entlang der geschrumpften Vene wie bei einer Venenentzündung, was z.B. von den amerikanischen Kollegen als typisch für die korrekt ablaufende Reaktion des Gefäßes gewertet wird.

Begleitende Krampfadern:
Einleuchtend ist, dass ein nur bedingt flexibler Katheter insbesondere stark gekrümmte Seitenäste nicht passieren kann. Um dennoch ein optimales kosmetisches Ergebnis zu erzielen, entfernen wir üblicherweise die Seitenäste mikrochirurgisch, ebenfalls ohne Schnitte, über kleinste kreisförmige Zugänge von ca. 1,5 mm Durchmesser, die in aller Regel narbenfrei abheilen.
Paradoxerweise entsteht bei diesem eher konventionellen Teil der Operation der größere Teil der Beschwerden, wie z. B. durch Blutergüsse oder passagere Nervenirritationen.

Grundsätzlich bestehen bei dem Operieren mittels HF-katheter (wie bei jedem operativem  Eingriff) statische Risiken, die auch durch größte Sorgfalt des Operationsteams nicht auf Null reduziert werden können:

  • die Verbrennung der Hautoberfläche, die entstehen kann, wenn die schrumpfende Vene sehr dicht unter der Haut liegt und somit die Erwärmung der Venenwand die Haut erreichen sollte.

Dem wird dadurch vorgebeugt, dass, sofern nötig unter Ultraschallkontrolle Flüssigkeitspolster zwischen Haut und Vene gespritzt werden, die als Isolationsschicht dienen.

  • Bitte bedenken Sie, die Hitze des HF-Katheters bewirkt eine künstliche   Venenentzündung. damit ist klar, dass auch die Symptome eine solchen Entzündung auftreten können, dies u.a. in Abhängigkeit von der verwendeten   Energie"menge".

In einzelnen Fällen haben insbesondere schlanke Patienten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen über teilweise heftige Schmerzen und Verhärtungen über mehrere Tage entlang der betroffenen Vene zu klagen gehabt.

  • Der Katheter können in extrem seltenen Fällen stecken bleiben.

In diesem Fall wird zunächst versucht, sie über eine zweite Einstichstelle vorzuschieben, wenn das auch nicht geht, müsste ggf. auf eine herkömmliche Operationsmethode "umgestiegen" werden. Dieses Vorgehen wird im Narkosegespräch mit Ihnen noch ausführlich erörtert.

  • Die Entstehung einer Venenthrombose. Dieses Risiko ist grundsätzlich bei jeder Manipulation an einer Vene gegeben.

Bei dem endoluminalen Operationsverfahren werden Sie vor der Operation heparinisiert (mittels Heparinspritzen) und medikamentös einer Thrombusentstehung entgegenzuwirken.

  • Der Katheter können theoretisch die Venenwand verletzen, was zu einer örtlichen Blutung führen könnte.

Um dies zu vermeiden, kontrollieren wir die Lage des Katheters während der Operation fortlaufend per Ultraschall.

  • Schädigung von Gefühlsnerven: wie bei einer herkömmlichen "Stripping" Operation besteht diese Gefahr auch bei den minimal invasiven Techniken, zumeist am Unterschenkel.

Aus diesem Grund wird die Krampfader nur bis unterhalb des Kniegelenks geschrumpft. Weiter unterhalb gelegene Seitenäste werden über Mikrozugänge (s.o.) mechanisch entfernt. Sofern ein Nerv nicht zufällig komplett durchtrennt wurde, bilden sich etwaige Gefühlsstörungen zumeist innerhalb von Wochen (bis 12 Monaten) zurück.

  • Infektionen:

Da der Eingriff über einen minimalen Zugang resp. über eine Punktionsstelle durchgeführt wird, ist das spezielle Infektionsrisiko der OP minimal. Ein statisches Infektionsrisiko besteht dennoch wie bei jeder operativen Maßnahme.

Im Summeneffekt haben wir bei inzwischen mehr als einhundert operierten Patienten nur die Venenentzündungs-ähnlichen Schmerzen und die vorübergehende Nervenirritation in einem erwähnenswerten Umfang von wenigen Prozent beobachtet.

Und auch das sollten Sie wissen:
wenn Sie eher dazu neigen, nur Konzepte zu akzeptieren, deren Ergebnisse über Jahre verfolgt wurden, sind Sie nicht der richtige Patient für dieses OP-Verfahren.
Die Therapie ist mit 5-6 Jahren "relativ" neu, demzufolge können wir Ihnen z.Zt. noch keine 10-Jahres Ergebnisse" bieten, ebenso wenig gesicherte Informationen zum Wiederauftreten von Krampfadern im Vergleich zum herkömmlichen "Stripping" nach zehn Jahren aufzeigen. Aber,
die langfristigen Zahlen zum bisher praktizierten Ziehen von Krampfadern sind nicht so gut, wie immer behauptet: Fischer (einer der renommiertesten europäischen Krampfaderchirurgen der Gegenwart) hat 2000 in der deutschen Fachzeitschrift Phlebologie (29,17-22) seine Zahlen veröffentlicht, wonach bei insgesamt 47% der Patienten Rezidivvarizen nach Stripping zu beobachten waren, milde Formen in 37%, schwere in 10%. Ebenso wurde anlässlich einer internationalen Meinungsbildungskonferenz 1998 in Paris (REVAS: recurrent varicosis after surgery) festgestellt, dass bei herkömmlichen Stripping Operationen nach 5-20 Jahren zwischen 20 und 70% neue Varicen am operierten Bein aufträten.

Unsere eigenen Ergebnisse bei inzwischen mehr als 1300 endoluminalen Patienten (Katheter+Laser)sind dagegen sehr ermutigend. Alle bisherigen Patienten waren mit dem minimal invasiven Vorgehen überaus zufrieden, bei nur ca. 7-8% der Patienten ist bisher aus ungeklärten Gründen die verschweißte Vene wieder aufgegangen.


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