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Gefässkrankheiten in Essen

 


Das CLARIVEIN®-Verfahren

Das „Clarivein®-OP-Verfahren“ (Medica Deutschland) ist eine neue Behandlungsmethode zur Behandlung des Krampfaderleidens, als Alternative zum herkömmlichen "Strippen/Ziehen".

Nachfolgend möchten wir Ihnen die geplante Operation veranschaulichen.

Das Grundprinzip dieses Verfahrens besteht in der Kombination zweier bereits seit langem bekannter Behandlungsformen der kranken Venen:

1.       durch das Blutgefäß (“endoluminal“) mittels einer Sonde,

2.       mit Hilfe eines Verödungsmittels (Sklerosieren).

Neu ist, dass, während der Operateur das Verödungsmittel einbringt, an der Spitze des Katheters ein dünner Draht kegelförmig rotiert und dadurch die Blutgefäßwand quasi aufrauht, damit das Verödungsmittel effektiver wirken kann.

Die minimal-invasive Operation kann ohne jegliche Narkose durchgeführt werden, da Blutgefäße keine Schmerzrezeptoren beinhalten und im Gegensatz zu Laser- oder Wasserdampf-gestützten Operationen keine Hitze freigesetzt wird.

Lediglich die Einstichstelle, über die der Katheter eingeführt wird, muss örtlich betäubt werden.

Im Detail wird die erkrankte Vene bei dieser Operationstechnik i.B. der besten Zugangsmöglichkeit über einen kleinen Einstich von ca. 1,5 mm aufgesucht und nachfolgend eine dünne Sonde unter steriler Ultraschallkontrolle passend so platziert, wie es die Anatomie erfordert.

Während der Operateur dann den Katheter langsam zurückzieht,

1.       rotiert an der Spitze der Draht und traumatisiert die Gefäßinnenwand und

2.       spritzt der Operateur vorsichtig Verödungsmittel (Äthoxysklerol) durch den Katheter in die Krampfader.

Man hinterlässt so letztendlich eine mechanisch und chemisch geschädigte Vene, die mit der Zeit vernarbt und im Körper belassen werden kann.

Die Vorteile dieses Prinzips liegen in der minimalen Invasivität bei maximalem kosmetischen Erfolg. Aufgrund des nicht erforderlichen Leistenschnittes und des Belassens der Vene in ihrer normalen Lage sind ca. 99% der Patienten in der Lage, im sofortigen Anschluss an die Operation ihre normale Tätigkeit wieder aufzunehmen. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Sollte während der Operation der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass sich das Verfahren aus irgendwelchen technischen Gründen bei Ihnen nicht durchführen lässt (was bisher erst einmal vorgekommen ist), würden wir den Eingriff abbrechen oder auf konventionelle Art zu Ende führen (Stripping), je nachdem, was vorher mit Ihnen im Rahmen des Gesamtbehandlungskonzeptes besprochen wurde.

Sollte sich während der Operation zeigen, dass ein anderes Verfahren besser für Sie geeignet scheint und ein Abweichen vom besprochenen Konzept zu Ihrem Vorteil wäre, behalten wir uns vor, vom ursprünglichen Konzept abzuweichen.

Einleuchtend ist, dass auch eine noch so flexible Sonde insbesondere stark gekrümmte Krampfadern (z.B. Seitenäste) nicht passieren kann.

Bei den herkömmlichen Operationen (Stripping) und den auf Hitze basierenden OP-Verfahren (Laser, VNUS, Dampfkatheter) entfernen wir, um ein optimales funktionelles und insbesondere kosmetisches Ergebnis in derselben Operation zu erzielen, zusätzlich die Seitenäste mikrochirurgisch, ebenfalls ohne Schnitte, über kleinste kreisförmige Zugänge von ca. 1,5 mm Durchmesser, die in aller Regel ohne verbleibende Narben abheilen. 

Deswegen werden diese OP-Verfahren auch in Narkose durchgeführt.

Da aber bei der Clarivein Operation, d.h. in Ihrem Fall keinerlei Narkose zur Anwendung kommt, stellt sich der weitere Verlauf bei Ihnen wie folgt dar:

Es wird nur der gerade verlaufende (meist am Oberschenkel befindliche) Anteil der Krampfader behandelt und verklebt.

Durch den Verschluss der Stammvene wird das Zurückfallen des Blutes infolge undichter Venenklappen verhindert. Als Konsequenz sinkt der Druck in den Venen und die unterhalb gelegenen Krampfadern können sich zurückbilden.

Bei ca. 40 -50 % der Patienten wird auf diese Weise ein kosmetisch einwandfreies Ergebnis erzielt mit einem Minimum an Invasivität.

Bilden sich die zumeist am Unterschenkel lokalisierten Krampfadern („Knubbel“) aber nicht hinreichend zurück, muss bei diesen Patienten nach einigen Wochen oder Monaten nachbehandelt werden,

sei es in Form von Verödungen oder in Form einer kleinen Operation, bei der die Seitenäste mikrochirurgisch entfernt werden.

(Bei diesem eher herkömmlichen Teil der Operation entsteht der größere Teil der Beschwerden, wie z. B. Blutergüsse oder passagere Nervenirritationen.)

Mit anderen Worten: Ihre Chancen stehen gut, mit einem einzigen minimal invasiven Eingriff und zudem ohne Narkose Ihre Krampfadern „loszuwerden“.

Aber: Auch bei dem Operieren mittels endoluminaler Techniken, also auch beim Clarivein-Verfahren  bestehen (wie bei jedem operativem  Eingriff) statische Risiken, die auch durch größte Sorgfalt des Operationsteams nicht auf Null reduziert werden können:

  • Auftreten neurolgischer Symptome: wann immer mit Verödungsmittel gearbeitet wird, können (fast immer flüchtige) neurologische Symptome auftreten, so z.B.  kurzfristige Sehstörungen für Minuten, Migräne, Empfindungsstörungen, sehr selten auch - und fast immer in Verbindung mit einen Loch in der Herzscheidewand - zentralnervöse Symptome.
  • Auftreten von (Braun)Verfärbungen der Hautoberfläche durch das Verödungsmittel, die entstehen können, wenn die „entzündete“ Vene sehr dicht unter der Haut liegt. Diese treten teilweise erst Wochen später auf und heilen langsam ab. Eine sinnvolle Gegenmaßnahme besteht nicht.

Bitte bedenken Sie, dass die Clarivein Methode eine künstliche Venenentzündung bewirkt. Damit ist klar, dass auch die Symptome einer solchen Entzündung auftreten können, dies u.a. in Abhängigkeit von der verwendeten Verödungsmittel"menge" und „konzentration“.

In seltenen Fällen haben insbesondere schlanke Patienten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen  über einige Tage Druckschmerzen und Verhärtungen im Bereich der Vene.

  • (extrem selten mögliches) Steckenbleiben des Katheters. In diesem Fall würde zunächst versucht, ihn über eine zweite Einstichstelle zu mobilisieren; ist das auch nicht möglich, müsste ggf. auf eine herkömmliche Operationsmethode "umgestiegen" werden.  Dieses Vorgehen wird im Narkosegespräch mit Ihnen noch ausführlich erörtert.
  • Die Entstehung einer Venenthrombose. Dieses Risiko ist grundsätzlich bei jeder Manipulation an einer Vene und insbesondere bei der Verwendung von Verödungsmitteln gegeben. Bei den endoluminalen Operationsverfahren werden Sie vor der Operation heparinisiert („Anti-Thrombosespritzen“), um medikamentös einer Thrombusentstehung entgegenzuwirken.
  • Übermäßige Verletzung der Venenwand durch den Katheter. Hier kann eine örtliche Blutung entstehen. Um dies zu vermeiden, kontrollieren wir die Lage der Glasfaser oder des Katheters während der Operation fortlaufend per Ultraschall.
  • Schädigung von Gefühlsnerven: wie bei einer herkömmlichen "Stripping"-Operation besteht diese Gefahr auch bei den minimal invasiven Techniken, zumeist am Unterschenkel. Sofern ein Nerv nicht zufällig komplett durchtrennt wurde (sehr selten), bilden sich etwaige Gefühlsstörungen zumeist innerhalb von Wochen bis Monaten zurück.
  • Infektionen: da der Eingriff über einen minimalen Zugang bzw. eine kleine Punktionsstelle durchgeführt wird, ist das spezielle Infektionsrisiko der OP minimal. Ein statistisches Infektionsrisiko besteht dennoch wie bei jeder operativen Maßnahme.

Wichtig für Sie!

Gefäßkrankheiten Rhein-Ruhr gehört zu den ersten Zentren, die die Clarivein Methode in Deutschland anwendet.

Demzufolge gibt es noch keine großen Patientenzahlen oder langen Zeiträume, die bei der Abschätzung spezifischer Risiken der Clarivein Methode herangezogen werden könnten.

Die Methode ist natürlich nach EU Richtlinien zertifiziert und (ebenso wie in den USA zugelassen).

Holländische Kollegen, mit denen wir in engem Kontakt stehen und von denen wir die Methode in Arnheim übernommen haben, konnten mittels zweier Studien die Machbarkeit belegen und die verwendeten Dosierungen des Sklerosierungsmittels als ungefährlich nachweisen.

Es handelt sich also um eine zwar neue, aber nicht unerprobte Methode.

Steve Alias (Mt. Sinai Hospital, NY), der „Vater“ der Methode berichtete über 30 verschlossene Venen bei 30 Patienten nach 1 Monat und 20 verschlossene Venen von 20 Patienten nach 12 Monaten. Bei drei Patienten waren leichte Verfärbungen der Haut entlang von Seitenästen aufgetreten (wie beim Sklerosieren nicht unüblich)

Im Rijnstate Hospital in Nijmwegen waren bei 140 behandelten Patienten bei einer 6 Wochen Kontrolle 78 von 79 Stammvenen verschlossen. 

Thrombosen oder Nervenschäden wurden nicht beobachtet, 28% der Patienten wiesen kleine Blutergüsse auf, 17% zeigten Verhärtungen entlang der behandelten Vene und 15% klagten über Schmerzen auf äußerst niedrigem Niveau.

Wir haben uns bei Gefäßkrankheiten Rhein-Ruhr im wesentlichen aus zwei Gründen dazu entschlossen, die Clarivein Operation in unser Programm aufzunehmen und Ihnen anzubieten:

1.       Wie oben erwähnt, sind uns die Bestandteile der Clarivein Methode (Kathetertechnik und Verödung) bestens vertraut; mit beiden Verfahren haben wir in Essen zehn- bzw. zwanzigjährige gute Erfahrungen gesammelt.

2.       Wir halten die Vorteile der Methode für so überzeugend, dass wir sie Ihnen nicht vorenthalten möchten. Keine andere, insbesondere auch keine andere endoluminale Methode würde es Ihnen gestatten, aus dem OP an Ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, so als ob nichts gewesen wäre.

Und was den Erfolg der endoluminalen Operationen insgesamt angeht:

Die gesicherten Ergebnisse der endoluminalen Techniken sind weltweit überaus ermutigend.

Alle Autoren kommen wo auch immer zu dem Ergebnis, dass die Methoden minimal invasiv, sicher (nur 3% Gefühlsstörungen bei Verschluss der Vene bis zum Knöchel), gut praktikabel (in örtlicher Betäubung) und effizient seien.

Unsere eigenen Ergebnisse bei inzwischen mehr als 1600 endoluminalen Operationen bestätigen diesen Trend. Alle bisherigen Patienten waren mit dem minimal invasiven Vorgehen überaus zufrieden, bei nur ca. 4-6% der Patienten ist bisher (innerhalb eines Beobachtungszeitraums von nahezu zehn Jahren) aus ungeklärten Gründen die verschweißte Vene wieder aufgegangen.

Im Vergleich dazu sind beim Strippen (Herausziehen der Krampfadern) die langfristigen Zahlen nicht so gut wie immer behauptet: Fischer (einer der renommiertesten europäischen Krampfaderchirurgen der Gegenwart) hat 2000 in der deutschen Fachzeitschrift Phlebologie (29,17-22) seine Zahlen veröffentlicht, wonach bei insgesamt 47% der Patienten Rezidivvarizen nach Stripping zu beobachten waren, milde Formen in 37%, schwere in 10%.

Ebenso wurde anlässlich einer internationalen Meinungsbildungskonferenz 1998 in Paris (REVAS: recurrent varicosis after surgery) festgestellt, dass bei herkömmlichen Stripping-Operationen nach     5-20 Jahren zwischen 20 und 70% neue Varizen am operierten Bein auftreten.

Ein Wermutstropfen: die gesetzlichen Kassen  zahlen die Kosten nicht, sie sind auch nicht dazu verpflichtet.

Und auch bei den Privatkassen sind Nachfragen oder Probleme nicht auszuschließen, weil die Methode eben neu ist.

Im Umkehrschluss heißt das für Sie: sofern Sie das Operationsverfahren dem herkömmlichen "Strippen" vorziehen, müssen wir Ihnen die Kosten privat nach GOÄ  in Rechnung stellen, d.h. Sie müssen die Behandlung selbst zahlen.

Wir danken Ihnen für das in uns gesetzte Vertrauen und verbleiben mit freundlichen Grüßen

Ihr Team

 

Gefäßkrankheiten Rhein Ruhr


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