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Gefässkrankheiten in Essen

Pfortaderthrombose

Definition
Die Pfortaderthrombose ist eine extrem seltene Thrombose. In Autopsieberichten findet sich eine Häufigkeit von 0,05 % bis 0,5 %  Bedingungen, die eine Pfortaderthrombose begünstigen, sind Infektionen und Entzündungsprozesse, Verengungen an der Mündung der Pfortader durch einen Tumor und Erkrankungen, die den Fluss in der Pfortader verringern. In 24-32 % der Fälle findet sich eine Leberzirrhose als Ursache. Die Häufigkeit einer Pfortaderthrombose bei Leberzirrhose wird jedoch nur mit 0,6-26 % angegeben. Bösartige Tumoren, meist Leber – oder Bauchspeiseldrüsenkarzinome, werden in etwa 21 bis 24 % der Fälle einer Pfortaderthrombose diagnostiziert. 10 bis 25 % der Fälle einer Pfortaderthrombose sind durch Infektionen mit Sepsis im Bereich der Leber und Galle, aber auch bei  Amöbenruhr  mit Leberabszessen, akuter nekrotisierender Bauchspeicheldrüsenentzündung, Divertikulitis und Blinddarmentzündung  ausgelöst. Die Sterblichkeit der akuten Pfortaderthrombose liegt bei circa 50 %. Die Prognose einer Pfortaderthrombose, welche nicht auf dem Boden einer Leberzirrhose, eines septischen Geschehens oder eines bösartigen Tumors entstanden ist, ist gut. Die 10-Jahres-Überlebensrate beträgt dann 75 %


Klinische Beschwerden
Eine Pfortaderthrombose manifestiert sich in der Regel nicht mit akuten Beschwerden. Aufgrund von unspezifischen Beschwerden wird die akute Pfortaderthrombose meist nicht erkannt. Dehnt sich die Thrombose auf die Darmvenen aus, so sind massive Bauchmerzen wegen des Darminfarktes zu beobachten. Andere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Gewichtsabnahme  Subfebrile Temperaturen finden sich gelegentlich Die Leberwerte sind meist normal oder leicht erhöht.

Diagnostik
Als diagnostische Verfahren finden sich die Sonographie, die Farbduplexsonographie, Computertomographie und Kernspintomographie. Die Sensitivität für Sonographie und Farbduplexsonographie wird mit 83-94 % angegeben, für die Computertomographie wird eine Sensitivität von 74-100 % angegeben.

Therapie
Im frischen Stadium wird eine Antikoagulation mit Heparin und anschließender lang andauernder oraler Antikoagulation (Marcumar, Coumadin) durchgeführt, selten eine Fibrinolyse oder eine  chirurgische Thrombektomie Bei Patienten mit chronischer Pfortaderthrombose ist der Nutzen einer Antikoagulation oder der Einsatz von thrombolytischen Substanzen nicht belegt und kann nicht empfohlen werden.


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