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Gefässkrankheiten in Essen

AVK, Schaufensterkrankheit

Begriffserklärung
Schaufensterkrankheit ? Ein Blick auf die Symptome kann die Bezeichnung schnell erklären: Bei der Schaufensterkrankheit, die medizinisch korrekt periphere Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) heißt, ruft Arteriosklerose Durchblutungsstörungen in den Beinen hervor, in einigen seltenen Fällen auch in den Armen. Die Folge: Die Muskeln werden in Belastungssituationen nicht mehr richtig mit Sauerstoff versorgt. Dies führt zu Schmerzen. Sobald die Schmerzen auftreten, halten die Patienten an, bis die Schmerzen wieder vorübergehen. Auf Außenstehende kann dies wirken, als bummelten sie von Schaufenster zu Schaufenster.

Symptome
Zu den Leitsymptomen der Schaufensterkrankheit zählen Schmerzen in den Beinen, vor allem beim Gehen. Das klingt unangenehm, aber zunächst wenig dramatisch. Die Betroffenen nehmen deshalb die Arterielle Verschlusskrankheit (AVK) - so die medizinische Bezeichnung für das Leiden - oft nicht ernst. Das ist ein Fehler: Die Schaufensterkrankheit erhöht z. B. extrem das Risiko für eine so genannte koronare Herzerkrankung, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Denn all diesen Krankheiten liegt fast immer eine Gefäßverkalkung zugrunde.

Die periphere Arterielle Verschlusskrankheit (AVK) ruft zu Beginn meistens noch keine Beschwerden hervor. Im fortgeschrittenen Stadium jedoch können die Schmerzen so ausgeprägt sein, dass der Patient sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen kann. Häufig finden sich an Bein und Fuß diverse offene Stellen, die kaum heilen. Diese Geschwüre (Ulcera) bergen ein hohes Infektionsrisiko, weshalb manchmal eine Amputation nötig ist.

Diagnostik
Mit der Dopplersonographie, einem Ultraschallverfahren kann der Blutdruck am Knöchel und am Oberarm gemessen werden. Ist der Blutdruck am Knöchel niedriger als der Blutdruck am Arm, spricht dies für eine Verschlusskrankheit in den Beinen. Ergänzt wird diese Untersuchung durch einen Belastungstest (Laufband).

Mit der Duplexsonographie ist es zudem möglich festzustellen, wo und in welchem Umfang Verengungen (Stenosen) bestehen. Die Duplexsonographie kann die Angiographie in vielen Fällen ersetzen.

Steht aber eine weiterführende Therapie (Ballonerweiterung, Bypass-OP) an wird häufig eine Angiographie notwendig. Hierbei handelt es sich um eine Röntgendarstellung der Arterien, bei der vor der Untersuchung über einen Gefäßkatheter ein Kontrastmittel gespritzt wird. Engstellen (Stenosen) im Gefäßverlauf können so im Röntgenbild sichtbar gemacht werden.

Therapie
Für die Schaufensterkrankheit gibt es eine Reihe medizinischer Therapiemöglichkeiten, wie Medikamente, Ballonerweiterung und die Bypass-Operation. Doch langfristig wirken sie nur, wenn der Patient seine Lebensgewohnheiten ändert. Das Wichtigste ist der Rauchstopp, da Nikotinkonsum der Risikofaktor Nummer 1 ist für die periphere Arterielle Verschlusskrankheit (PAVK).

Die Schaufensterkrankheit hat gerade im fortgeschrittenerem Stadium gravierende Konsequenzen: Die Mobilität nimmt wegen starker Schmerzen rapide ab; schlecht verheilende Wunden an Bein und Fuß werden immer häufiger und machen im schlimmsten Fall eine Amputation notwendig.

Aus diesem Grund steht auch das Gehtraining bei der Schaufensterkrankheit (Verschlusskrankheit) auf der Therapieliste mit an oberster Stelle. Bewegung sorgt dafür, dass das Blut mit mehr Kraft durch die Gefäße gedrückt wird und sich an verengten Passagen neue kleine Adern (Kollateralen) bilden. Der therapeutische Nutzen des Getrainings ist inzwischen belegt.

Medikamentös gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS) täglich gehören zur Standardtherapie. Abgesehen davon, ist die die medikamentöse Therapie davon abhängig, welche Risikofaktoren der Patient trägt: Bei erhöhten Blutfetten - LDL-Cholesterin, sollte eine cholesterinsenkende eingleitet werden. Ein bestehender Bludhochdruck und Diabetes müssen optimal behandelt werden. Neu ist die Therapie mit Cilostazol. Bei Patienten mit eingeschränkter Gehstrecke kann hiermit eine Verbesserung der Gehstrecke als auch der Lebensqualität erreicht werden.

Bei einer Gefäßerweiterung (Dilatation), auch perkutane transluminale Angioplastie (PTA) genannt, wird in örtlicher Betäubung unter Röntgenkontrolle einen Ballonkatheter in die verengten Arterie eingeführt und aufgedehnt. Falls nötig kann auch zusätzlich eine Gefäßstütze aus Metall (Stent) eingebaut werden um eine erneute Wiedereinengung der Arterie zu verhindern. IN vielen Fällen kann dieser Eingriff auch ambulant erfolgen.

Gravierende Gefäßverschlüsse, die nicht durch ein Katheterverfahren beseitigt werden können lassen sich mit einer Bypass-Operation überbrücken. Dieser Eingriff findet allerdings unter Vollnarkose statt, und kann nur unter stationären Bedingungen erfolgen.


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